Der Magyar Vizsla bewährt sich

Mehr als nur ein Vorstehhund...


Familienhund
Rettungshund
Therapiehund
Reitbegleithund
Jagdhund
Agility
Uj Hubertus Abrand mit 1 Jahr
Obedience




Jagdhund

Der Magyar Vizsla verfügt über einen ausgeprägten Jagdtrieb. Dies ist erwünscht und wird bei der Zucht bewusst erhalten. Ich persönlich lenke meinen Hund bei normalen Spaziergängen vom Jagen ab, indem ich mit ihm Ball spiele. Da er dies vom Welpenalter an gelernt hat, treten hier keine Probleme auf. Wenn wir zur Jagd gehen, wird er mit den erlernten Kommandos wie "Such" zum stöbern geschickt und darf seinem Jagdtrieb vollen Lauf lassen. Arbeit mit dem Vizsla (in welcher Form auch immer) halte ich für wichtig, den es bereitet dem Hund einfach Freude und trägt auch dazu bei, dass der Besitzer mit seinem ausgeglichenen Hund glücklich ist.

Uj Hubertus Abrand mit 1 JahrUj Hubertus Abrand mit 1 JahrUj Hubertus Abrand mit 1 JahrUj Hubertus Abrand mit 1 JahrUj Hubertus Abrand mit 1 Jahr

Ob Agility, Jagd, Fährtenhundetraining, Hundeschule, Flyball oder Frisbee - der Vizsla wird es Ihnen danken, wenn er bei einer regelmässigen Ablenkung gefordert wird und auch der Halter kommt hier auf seine Kosten, was den Spass angeht.

Überschwengliches Lob spornt den Vizsla ganz besonders an. Er liebt es, zu apportieren und oft hat man das Gefühl, dass er einfach irgendetwas apportieren muss, wenn er sich freut. So ist es nicht ungewöhnlich, dass man bei der morgendlichen Begrüssung einen Schuh, oder irgendetwas, was sich gerade findet, gebracht bekommt. Dies habe ich immer gefördert (auch wenn die überschwenglichen Liebesbekundungen der Hunde und ihr Streben nach Lob und Aufmerksamkeit manchmal fast als nervig empfunden wurden). Es hat dazu beigetragen, dass nie Schwierigkeiten beim aufnehmen von Wild aufgetreten sind. Vielmehr waren die Hunde immer sehr stolz, wenn sie mit der Beute ankamen und gelobt wurden.

Dem Magyar Vizsla tut es für den jagdlichen Gebrauch gut, wenn er möglichst früh mit Wild in Kontakt kommt und die Wildschärfe gefördert wird, wenn jagdlicher Gebrauch des Vizsla angedacht ist.

Trotz der Tatsache, dass der Vizsla von Zeit zu Zeit wie ein verschmustes "Weichei" wirken mag, bringt ihn der starke Bezug zu seinem Herrn oft dazu, auf wundersame Weise über sich hinaus zu wachsen. So apportiert der zwischenzeitlich alte Magyar Vizsla meines Onkels bei Minusgraden Wild aus einem See voller Eisschollen ohne mit der Wimper zu zucken. Ein gut geführter Vizsla ist meines Erachtens durch einen anderen Jagdhund schwer zu übertreffen und wird seinem Besitzer viel Freude bereiten.

Beabsichtigt man nicht, den Vizsla jagdlich zu führen, so ist es meines Erachtens am besten, ihn gar nicht erst mit dem Jagen in Kontakt zu bringen. Das meiden wildreicher Gebiete und regelmässige Besuche im Tierpark tragen dazu bei, dass der Jagdtrieb in Grenzen gehalten werden kann. Auch haben sich unsere Vizslas gut an andere Haustiere gewöhnen lassen, wenn sie es vom Welpenalter an gewöhnt waren. Es wird jedoch aller Wahrscheinlichkeit einige Mühe kosten, einen jagdlich geführten Vizsla, der nicht als Welpe daran gewöhnt wurde, zu einem Katzenfreund zu machen.





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Der Magyar Vizsla als Familienhund

Wie bereits erwähnt, haben sich unsere Hunde immer voll in die Familie integriert und wollten nicht ausgeschlossen werden. Was Kinder angeht, so waren die Charaktäre der Hunde stets (wohl in Abhängigket der Erfahrungen mit Kindern) unterschiedlich. So wollte meine alte Hündin Alice, die in ihrem Leben wenig Erfahrung mit Kindern gemacht hatte grundsätzlich lieber ihre Ruhe und hat sich auf ihren Platz verzogen, wenn zu kleine oder stark lärmende Kinder im Anmarsch waren. Uj Hubertus Abrand (Aimée) hingegen, die vom Welpenalter mit den kleinen Kindern meiner Schwester im Kontakt war, liebt Kinder über alles und scheint sich richtig über die Unermüdlichkeit mit der die Kinder spielen, zu freuen. Neulich waren wir mit ihr auf einer Radtour, als plötzlich ein etwa 5-jähriges, behindertes Mädchen zu ihr herantrat, sine Hände um den Hals des Hundes legte und Aimée regelrecht an sich quetschte. Entgegen meiner Erwartung hat der Hund wedelnd das Gesicht des Mädchens geleckt und ist bei ihr stehen geblieben. Meines Erachtens hängt dies stark damit zusammen, wie der Hund aufgewachsen ist. Hat man Kinder, so sollte man in jedem Fall immer darauf achten, dass diese den Hund nicht drangsalieren.

Viele Vizslas scheinen auch in den unterschiedlichen Lebensabschnitten unterschiedliche Vorlieben zu haben. So wollte meine Hündin Alice als Welpe und Junghund am liebsten jedem meiner Treffen mit Freunden beiwohnen und am liebsten immer "mittendrin" sein. Später war es für sie das absolut Grösste, wenn mein Vater die Flinte nahm und es zur Jagd ging. Als sie jedoch ins Alter kam, blieb sie am liebsten bei meiner Mutter zu Hause und schnorrte sich in der Küche ihre Leckereien.

Hierzu ist vor allem zu sagen, dass es gut tut, die Figur des Vizslas im Auge zu behalten. Als Junghund rennt er gerne, ist oft in Bewegung und erscheint schon fast "dürr", trotz der Tatsache, dass er häufig große Mengen vertilgt. Man tut daher gut daran, sich nicht daran zu gewöhnen, den Hund ständig zu überfüttern. Im Alter wird der Vizsla nämlich häufig bequem, bewegt sich viel weniger und wird schnell dick.

Den Magyar Vizsla als reinen Familienhund zu halten, ohne für seine jagdlichen Anlagen und den hohen Bewegungsdrang ausgleich zu schaffen, können wir nicht empfehlen. Hier haben wir die Erfahrung gemacht, dass es doch ein erheblicher Mehraufwand ist, den Hund auszulasten und ihn mit Kofarbeit zu beschäftigen, als bei Nicht-Jagdhunden. Häufig holen sich die Hunde dann, was sie brauchen (wildern beim Gassi-Gehen), sind hyperaktiv oder stumpfen ab. Für solche Jagdgebrauchshunde, die noch im eigentlichen Sinne gezüchtet werden, gilt dieser Satz von Trumler umso mehr:"Ein Hund, der keine Möglichkeit zum Lernen erhält und seine angeborenen Fühigkeiten auszuleben, der stumpft ab, verkümmert seelisch und ist ein bedauernswertes Geschöpf." Eberhard Trumler 1987.

Man sollte sich daher gut überlegen, ob man den Mehraufwand gegenüber einem "normalen" Haushund betreiben kann und will und dem Hund ein annähernd artgerechtes Leben bieten kann, bevor man einen solchen Hund "der Optik wegen" anschafft.


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Rettungshund

Grundsätzlich eignet sich jeder Hund, egl ob nun Rasse- oder Mischlingshund, zur Ausbildung. Die Eigenschaften und körperlichen Voraussetzungen des Vizsla entsprechen jedoch den Eigenschaften, die man sich von einem Rettungshund wünscht: Mittlere Größe (50 - 60 cm), ausgeprägter Such- und Stöbertrieb, wenig Empfindlichkeit gegenüber lauten Geräuschen (siehe Schußfestigkeit bei der Jagdausbildung), keine Aggression gegenüber Artgenosen und Menschen, ausgeprägter Lernwille und eine sehr gute Nase sind nur einige davon. Mit der Ausbildung des Hundes sollte auch hier früh angefangen werden (Welpe, Junghund). Sie ist sehr arbeitsintensiv für Hund und Führer und dauert 2 - 3 Jahre. Bevor ein Rettungsteam aus Mensch und Hund zum Einsatz kommt, muss zuerst erfolgreich eine Prüfung abgeschlossen werden.
Beispielsweise bei der Suche von Personen, muss der Hund ausdauernd weite Gebiete absuchen, wobei es darauf ankommt, dass er sich nicht durch Umgebungseinflüsse wie Wild ablenken lässt. Er muss zuverlässig Körper- und Rufzeichen folgen (die Hunde suchen frei von Halsung und Leine) und - sobald er die Person gefunden hat - durch Bellen darauf aufmerksam machen (siehe "Todverbellen" bei der Jagd). Der Hund muss bei der Person bleiben, bis sein menschlicher Teamkollege vor Ort ist. Bei der Suche im Wasser muss ein Rettungshund vom Boot aus die Witterung über der Oberfläche aufnehmen. Der Vizsla arbeitet durch seinen angeborenen Such- und Finderwillen und Dank seiner hervorragenden Nase, enorm schnell und sucht dabei große Flächen ab. Er gerät selbst bei hohen Temperaturen nicht so schnell außer Atem und liegt hier wortwörtlich eingen Hunden um Nasenlängen voraus.





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Reitbegleithund

Der Magyar Vizsla bringt ebenfalls gute Eigenschaften für die Ausbildung zum Reitbegleitund mit. Auch hierzu muss eine guter Grundgehorsam vorliegen, was bedeutet, dass der Hund neben ausgezeichneter Leinenführigkeit zuverlässig auf die Kommandos Sitz, Platz, Bleib und Fuss gehorchen muss. Er muss an der lockeren Leine an der rechten und an der linken Seite mitlaufen und auf Kommando die Seite wechseln. Die anfängliche Reitzeit darf nur langsam gesteigert werden. Man muss hierbei bedanken, dass eine Stunde Reitzeit im Schritt etwa einem zweistündigen Spaziergang entspricht! Mitlaufen bei Ausritten ist eine tolle Möglichkeit, dem ausgeprägten Bewegungsdrang des Magyar Vizsla gerecht zu werden. Guter Gehorsam ist für einen Reitbegleithund Grundvoraussetzung. Der Hund sollte sich in wirklich jeder Situation zurückrufen lassent, auch wenn z.B. flüchtendes Wild den Weg kreuzt oder andere Hunde entgegenkommen. Weitere Kommandos müssen sorgsam eintrainiert werden (z.B. Stop an einer Straße, enges Laufen neben dem Pferd, Herankommen zum An- oder Ableinen, Sitz, Platz), so dass sie vom Pferd aus zuverlässig befolgt werden. Des weiteren ist eine gute Sozialisierung des Hundes hier "Gold" wert, da man oftmals auf Spaziergänger, Jogger, fremde Hunde, andere Reiter trifft. Auch freilaufende Hühner und Schafe dürfen den zuverlässigen Reitbegleithund nicht aus der Fassung bringen.



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Therapiehund

Therapiehunde werden beispielsweise als Besuchshunde oder Therapiebegleithunde eingesetzt. Ein Besuchshund ist ein speziell geschulter Hund, der gemeinsam mit seinem Besitzer als "Team" regelmässig Besuchsdienste in verschiedenen Einrichtungen (Schulen, Alten- oder Pflegeheime, Einrichtungen für Behinderte etc.) durchführt. Ein Therapiebegleithund kann nach intensiverer, fachgebundener Schulung auch gemeinsam mit Therapeuten verschiedener Fachrichtungen individuelle Therapiebegleitungen durchführen. Im Rahmen von Therapien arbeitet der Hund als sogenannter "Co-Therapeut". Der Hund bzw. das Team kann jedoch nur in der jeweiligen Fachrichtung des Therapeuten arbeiten.
Ein Therapiehund fördert durch seine Anwesenheit die Kommunikationsbereitschaft und Entspannung des Patienten und wirkt als Katalysator und Co-Therapeut. Die Ausbildung bereitet Führer und Hund durch spezielle Übungen z. B. auf ungewöhnliche optische Reize, Geräusche, Bewegungsmuster, Gehhilfen, etc. vor. Der Therapiehund lernt zudem, sich auch ungeschickter oder grober berühren zu lassen und sich gelassen in der Öffentlichkeit (Bus, Bahn, Aufzügen, Menschenmassen) zu verhalten.
Im Laufe der Ausbildung zum Therapiehund lernen Hund und Besitzer in jeder Situation ruhig zu bleiben und den Überblick zu behalten. Umgang mit Hilfsmitteln, korrekter Umgang mit den Patienten und optimale Teamarbeit zwischen Hund und Mensch sowie Stressbewältigung sind auch Gegenstand der Ausbildung, an deren Ende ebenfalls eine Prüfung abgelegt wird, die Hund und Halter als Therapie-Team ausweist. Bei dieser Ausbildung werden die mitgebrachten Fähigkeiten oder Probleme des Hundes sowie die Vorlieben des Halters ebenfalls berücksichtigt.


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